Stadtbruch Anklam

Der Anklamer Stadtbruch in Geschichte und Gegenwart

Der Anklamer Stadtbruch war früher ein Hochmoor, das sich bis zu 1,5 m über das angrenzende Gelände erhob. In dem Gebiet, das heute Große Kuhle heißt, wurde seit dem 16. Jahrhundert Torf gewonnen. Um das Moor und den angrenzenden Wald zu entwässern, wurden seit dem 17. Jahrhundert Gräben gezogen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Torfkanäle gebaut, um über den Zartenstrom den Torf abtransportieren zu können. Die Entwässerung führte zu einer Absenkung großer Teile des Anklamer Stadtbruchs auf ein Niveau unterhalb des Meeresspiegels. Bei einer Sturmflut im Jahr 1995 "ertranken" die durch menschliche Eingriffe abgesenkten Gebiete des Anklamer Stadtbruchs und mit ihnen Teile des Waldes. Verschont blieben nur die höher gelegenen Flächen des nicht abgetorften Hochmoors am Knechtsort.

Aufgrund der unterschiedlichen Wasserverhältnisse und Moorentwicklungsstadien und der Größe des Gebietes entwickelt sich seit dieser Zeit im Anklamer Stadtbruch eine spannende Tier- und Pflanzenwelt. Diese Entwicklung wurde durch Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des bis 2009 laufenden Naturschutzgroßprojektes Peenetal / Peene-Haff-Moor unterstützt, aus dem der Naturpark Flusslandschaft Peenetal hervorgegangen ist. Im Jahr 2014 wurden außerdem Maßnahmen zur Wiederbelebung der verbliebenen Hochmoorflächen im Anklamer Stadtbruch abgeschlossen.


Naturerlebnispfad

Durch den Anklamer Stadtbruch, eines der interessantesten Naturschutzgebiete Vorpommerns, führt, dort wo früher schon ein Wanderweg verlief, seit Sommer 2015 ein Naturerlebnispfad. Naturinterssierte können entlang des Weges auf offenen Moorflächen und im Moorwald eine beeindruckend vielfältige Flora und Fauna entdecken. Am Weg liegen Wollgraswiesen und ehemalige Torfstiche, die heute ein Schilfmeer bedeckt, er führt vorbei an Biberburgen, Seeadlerhorsten und Brutgebieten von Kranichen.

Alle Fotos: Günther Hoffmann, Bugewitz